Zeitgeschichte

VIII. Teil: Krieg in der Ukraine – Folgen für die Geschichtswissenschaft
Von: 
Jannes Bergmann/Wencke Meteling

In unserem Interview mit Prof. Dr. Klaus Gestwa, dem Leiter des Instituts für Osteuropäische Geschichte an der Eberhard Karls Universität Tübingen, sprechen wir über einen ganz anderen Aspekt des gegenwärtigen Krieges in der Ukraine, der in der gegenwärtigen öffentlichen und politischen Berichterstattung kaum im Fokus steht. Er betrifft unmittelbare und längerfristige Auswirkungen des Krieges auf die Osteuropäische Geschichte als akademische Subdisziplin.

Interview
Militärische Operationen im urbanen Raum in Zeiten von Humanisierung und Post-Heroismus
Von: 
Jonas Neugebauer

Globale Trends wie Bevölkerungswachstum und Urbanisierung, vor allem in weniger entwickelten Teilen der Erde, steigern die Wahrscheinlichkeit gewaltsamer urbaner Konflikte und somit auch die Wahrscheinlichkeit, dass westliche Streitkräfte in derartige Konflikte verwickelt werden. Das urbane Einsatzgebiet, so die Argumentation der hier vorgestellten Dissertation, dient dabei als Katalysator ohnehin anspruchsvoller taktischer Gegebenheiten und übergeordneter sozio-kultureller Entwicklungen und stellt westliche Streitkräfte deshalb wiederholt vor schier unlösbare Herausforderungen. Zahlreiche Publikationen befassen sich mit der Frage, was es für eine westliche Streitkraft bedeutet, in einer Stadt zu operieren – kaum eine Publikation geht jedoch der Frage nach, was es für eine westliche Streitkraft bedeutet auf „humane“ Art und Weise in einer Stadt zu operieren. Die hier vorgestellte Dissertation möchte letzterer Frage nachgehen und somit einen Beitrag zur Schließung dieser Forschungslücke leisten.

Projektskizze
VII. Teil: Krieg in der Ukraine – Europäische Gewalterfahrungen
Von: 
Jannes Bergmann/Wencke Meteling

Seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine erreichen uns täglich neue Bilder und Schilderungen von Gewaltakten, sie beherrschen die Medien und finden Eingang in persönliche Gespräche. Damit ist das Thema Krieg und die damit notwendigerweise einhergehende Gewalt plötzlich wieder sehr präsent in unserer Mitte, nachdem es vorher lange Zeit kaum oder nur am Rande Beachtung gefunden hat. Doch wie ist diese Gewalt einzuordnen und welche Rolle spielen historische Vorbedingungen? Im siebten Teil der Themenreihe „Krieg in der Ukraine“ äußert sich Prof. Dr. Jörg Baberowski zur Entwicklung der Gewalt in diesem Konflikt und der Bedeutung von Gewalterfahrungen in den Gesellschaften Europas. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für die Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin und forscht schwerpunktmäßig zur Geschichte Russlands, insbesondere des Stalinismus, sowie zu Theorien der Gewalt.

Interview
IV. Teil: Krieg in der Ukraine – Geschichte und Kultur als Waffe
Von: 
Jannes Bergmann/Paul Fröhlich

Der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert weiterhin an und der Ausgang ist immer noch unklar. Dieser Krieg richtet sich inzwischen auch gegen die Kulturgüter der Ukraine. Gleichzeitig werden (Erinnerungs-)Kultur und Geschichte selbst intensiv als Waffe ge- und missbraucht. Russland versucht seinen Einmarsch historisch zu legitimieren und immer wieder werden Beispiele aus der Vergangenheit für Vergleiche und Beschreibungen der aktuellen Geschehnisse herangezogen. Zu Bedeutung und Einfluss von Geschichtsbildern im Krieg sowie seiner kulturellen Dimension äußert sich im vierten Teil der Themenreihe „Krieg in der Ukraine“ Prof. Dr. Matthias Rogg, Professor an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und vormals Direktor des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden. Zu seinen Schwerpunkten gehört neben der Militär- und Kulturgeschichte auch die historisch-politische Bildung.

Interview
III. Teil: Krieg in der Ukraine – Die Bedeutung von Gewalt in der postsowjetischen Politik Russlands
Von: 
Gundula Gahlen
Portraitfoto Prof. Dr. Jan Claas Behrends

Der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen mehr als vier Wochen an. Zum russischen Agieren in diesem Krieg und zur besonderen Rolle der Gewalt in der Politik im postsowjetischen Russland gibt im dritten Teil der Themenreihe „Krieg in der Ukraine“ Prof. Dr. Jan Claas Behrends Auskunft. Er leitet das Projekt „Legacies of Communism“ am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) Potsdam und lehrt osteuropäische Geschichte an der Europa-Universität Viadrina. Behrends ist Experte für die Entwicklung postsowjetischer Gesellschaften vom Spätsozialismus bis zur Gegenwart. In mehreren Forschungsprojekten hat er die Gewaltkultur in der sowjetischen und postsowjetischen Gesellschaft von den 1970er Jahren bis in die Gegenwart untersucht. Bereits 2015 schrieb er mit Blick auf den Angriff Russlands auf die Ostukraine, es lohne sich „über den Wandel der russländischen Staatlichkeit und die Rolle der Gewalt nach 1991 nachzudenken. Denn der Krieg in der Ukraine und Russlands Außenpolitik lassen sich nur verstehen, wenn wir die innere Entwicklung des Landes analysieren.“

Interview
II. Teil: Krieg in der Ukraine – Historische Vorbedingungen
Von: 
Jannes Bergmann/Paul Fröhlich

Der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen mehr als drei Wochen an und der weitere Fortgang und das Ende sind nach wie vor unbestimmt. Gewiss kann es angesichts der Quellenlage nicht Aufgabe der Militärgeschichte sein, sich dem Krieg als historischem Objekt zu nähern und exemplarisch das operative Geschehen zu analysieren. Aber dennoch ist es möglich, diese schon jetzt klare Zäsur in der europäischen Geschichte vor dem Hintergrund historischer (Dis-)Kontinuitäten zu betrachten und damit auch Ausblicke auf potentielle Entwicklungen zu gewähren. Hierzu befragen wir im zweiten Teil der Themenreihe „Krieg in der Ukraine“ Dr. Franziska Davies (@efdavies) vom Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte am Historischen Seminar der LMU München. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehört die moderne Geschichte Russlands, der Ukraine und Polens. In ihrem gemeinsam mit Katja Makhotina verfassten und demnächst erscheinenden Buch „Offene Wunden Osteuropas“ setzt sie sich mit der deutschen Erinnerungskultur zum Vernichtungskrieg im östlichen Europa auseinander – also die perfekte Gesprächspartnerin, um die historischen Vorbedingungen des Krieges näher zu beleuchten.

Interview
I. Teil: Krieg in der Ukraine – Historische Parallelen und zukünftige Auswirkungen
Von: 
Jannes Bergmann/Paul Fröhlich
Portraitfoto Prof. Dr. Sönke Neitzel

Der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg in der Ukraine stellt auch die Militärgeschichte vor neue Herausforderungen und Fragen. Kaum jemand mag die weitere Entwicklung der gegenwärtigen Situation angesichts der kriegstypisch problematischen Informationslage einschätzen können. In jedem Fall stellt dieser aber einen Einschnitt in der europäischen Geschichte und Sicherheitspolitik seit dem Ende des Kalten Krieges dar, der voraussichtlich einiges an Veränderungen nach sich ziehen wird. In einem Interview mit Prof. Dr. Sönke Neitzel – Inhaber des Lehrstuhls für Militärgeschichte/Kulturgeschichte der Gewalt an der Universität Potsdam – soll daher eine historische Einordnung vorgenommen sowie ein Blick auf die aktuellen und mögliche zukünftige Entwicklungen auf deutscher und internationaler Ebene gewagt werden.

Interview
Von: 
Gundula Gahlen

Der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg in der Ukraine ist eine menschliche Katastrophe und erschüttert die Grundlagen der europäischen Friedensordnung, die nach dem Ende des Kalten Krieges errichtet wurde. Hinzu kommt, dass die russische Regierung die Geschichte für ihren Angriffskrieg als Argument bemüht und hier mit Verzerrungen und Lügen arbeitet. Das Portal Militärgeschichte des Arbeitskreises Militärgeschichte e.V.

Miszelle
„Connétable“, „Roi-Connétable“, „Connétable de l’ère nucléaire“
Von: 
Ulrich Lappenküper
Charles de Gaulle, 1944, unbekannter Fotograf (Musée Carnavalet, Histoire de Paris, Inventarnummer PH13204)

Kaum jemand hat als Soldat und Staatsmann so intensiv über das Verhältnis von Politik und Militär nachgedacht wie Charles de Gaulle. Doch eine systematische Auseinandersetzung mit diesem Thema ist noch immer ein Desiderat der Forschung.
In der Geschichte des 20. Jahrhunderts ist der Kreis der Personen, die Politik und Militär in sich vereinten, bemerkenswert groß. Doch kaum jemand hat als Soldat, Politiker und Schriftsteller so intensiv über das Verhältnis von Politik und Militär im Kontext der Militärgeschichte, der nationalen Verteidigung oder der Taktik und Strategie militärischer Aktionen nachgedacht wie General Charles de Gaulle.

Aufsatz
Workshop des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw), Potsdam, 01.06.2022
Von: 
Markus Pöhlmann
Offiziere der Reichswehr bei einem Manöver

Die Grundlagenforschung zur Geschichte der bewaffneten Macht in der ersten deutschen Republik ist seit den 1980er Jahren weitgehend verebbt. Somit herrscht seit bald 40 Jahren praktisch Stillstand in einem wichtigen Abschnitt der deutschen Militärgeschichte des 20. Jahrhunderts. Die wenigen zwischenzeitlich erschienenen Einzelforschungen deuten aber darauf hin, dass die Epoche keineswegs ausgeforscht ist. Auch der Umstand, dass die Weimarer Republik insgesamt inzwischen wieder ein gesteigertes historiografisches Interesse erfährt, lässt Impulse für die Forschung zu ihren Streitkräften erwarten.

Miszelle

Seiten