Russland und Sowjetunion

VIII. Teil: Krieg in der Ukraine – Folgen für die Geschichtswissenschaft
Von: 
Jannes Bergmann/Wencke Meteling

In unserem Interview mit Prof. Dr. Klaus Gestwa, dem Leiter des Instituts für Osteuropäische Geschichte an der Eberhard Karls Universität Tübingen, sprechen wir über einen ganz anderen Aspekt des gegenwärtigen Krieges in der Ukraine, der in der gegenwärtigen öffentlichen und politischen Berichterstattung kaum im Fokus steht. Er betrifft unmittelbare und längerfristige Auswirkungen des Krieges auf die Osteuropäische Geschichte als akademische Subdisziplin.

Interview
VII. Teil: Krieg in der Ukraine – Europäische Gewalterfahrungen
Von: 
Jannes Bergmann/Wencke Meteling

Seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine erreichen uns täglich neue Bilder und Schilderungen von Gewaltakten, sie beherrschen die Medien und finden Eingang in persönliche Gespräche. Damit ist das Thema Krieg und die damit notwendigerweise einhergehende Gewalt plötzlich wieder sehr präsent in unserer Mitte, nachdem es vorher lange Zeit kaum oder nur am Rande Beachtung gefunden hat. Doch wie ist diese Gewalt einzuordnen und welche Rolle spielen historische Vorbedingungen? Im siebten Teil der Themenreihe „Krieg in der Ukraine“ äußert sich Prof. Dr. Jörg Baberowski zur Entwicklung der Gewalt in diesem Konflikt und der Bedeutung von Gewalterfahrungen in den Gesellschaften Europas. Er ist Inhaber des Lehrstuhls für die Geschichte Osteuropas an der Humboldt-Universität zu Berlin und forscht schwerpunktmäßig zur Geschichte Russlands, insbesondere des Stalinismus, sowie zu Theorien der Gewalt.

Interview
V. Teil: Krieg in der Ukraine – Zur historischen Einordnung der russischen Kriegsverbrechen
Von: 
Gundula Gahlen

Die brutalen Bilder aus Butscha und anderen Orten der Ukraine sorgen weltweit für Entsetzen. Viel ist in den letzten Wochen davon die Rede, dass die russischen Kriegsgräuel in der Ukraine geahndet werden müssen. Doch wie lassen sich die Kriegsverbrechen juristisch und historisch einordnen? Und wo liegen auch heute noch die Grenzen der Durchsetzbarkeit des Kriegsrechts? Im fünften Teil der Themenreihe „Krieg in der Ukraine“ gibt hierüber der Historiker PD Dr. Daniel Marc Segesser von der Universität Bern Auskunft. 2010 erschien seine Habilitationsschrift „Recht statt Rache oder Rache durch Recht? Die Ahndung von Kriegsverbrechen in der internationalen fachwissenschaftlichen Debatte 1872–1945“. Seitdem untersuchte er in vielen weiteren geschichtswissenschaftlichen Beiträgen das Spannungsverhältnis von Kriegsverbrechen und humanitärem Völkerrecht.

Interview
Von: 
Christian Th. Müller

Mit seiner im September 2021 erschienenen Monographie legt John Zimmermann eine auf breiter Quellenbasis beruhende Analyse einer legendären Schlacht und ihrer geschichtspolitischen Instrumentalisierung vor. Darin werden die Abläufe detailliert rekonstruiert, widerstreitende Darstellungen einzelner Aspekte diskutiert und die damit verbundenen Mythen systematisch dekonstruiert.

Buchbesprechung
IV. Teil: Krieg in der Ukraine – Geschichte und Kultur als Waffe
Von: 
Jannes Bergmann/Paul Fröhlich

Der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert weiterhin an und der Ausgang ist immer noch unklar. Dieser Krieg richtet sich inzwischen auch gegen die Kulturgüter der Ukraine. Gleichzeitig werden (Erinnerungs-)Kultur und Geschichte selbst intensiv als Waffe ge- und missbraucht. Russland versucht seinen Einmarsch historisch zu legitimieren und immer wieder werden Beispiele aus der Vergangenheit für Vergleiche und Beschreibungen der aktuellen Geschehnisse herangezogen. Zu Bedeutung und Einfluss von Geschichtsbildern im Krieg sowie seiner kulturellen Dimension äußert sich im vierten Teil der Themenreihe „Krieg in der Ukraine“ Prof. Dr. Matthias Rogg, Professor an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg und vormals Direktor des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden. Zu seinen Schwerpunkten gehört neben der Militär- und Kulturgeschichte auch die historisch-politische Bildung.

Interview
III. Teil: Krieg in der Ukraine – Die Bedeutung von Gewalt in der postsowjetischen Politik Russlands
Von: 
Gundula Gahlen
Portraitfoto Prof. Dr. Jan Claas Behrends

Der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen mehr als vier Wochen an. Zum russischen Agieren in diesem Krieg und zur besonderen Rolle der Gewalt in der Politik im postsowjetischen Russland gibt im dritten Teil der Themenreihe „Krieg in der Ukraine“ Prof. Dr. Jan Claas Behrends Auskunft. Er leitet das Projekt „Legacies of Communism“ am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) Potsdam und lehrt osteuropäische Geschichte an der Europa-Universität Viadrina. Behrends ist Experte für die Entwicklung postsowjetischer Gesellschaften vom Spätsozialismus bis zur Gegenwart. In mehreren Forschungsprojekten hat er die Gewaltkultur in der sowjetischen und postsowjetischen Gesellschaft von den 1970er Jahren bis in die Gegenwart untersucht. Bereits 2015 schrieb er mit Blick auf den Angriff Russlands auf die Ostukraine, es lohne sich „über den Wandel der russländischen Staatlichkeit und die Rolle der Gewalt nach 1991 nachzudenken. Denn der Krieg in der Ukraine und Russlands Außenpolitik lassen sich nur verstehen, wenn wir die innere Entwicklung des Landes analysieren.“

Interview
II. Teil: Krieg in der Ukraine – Historische Vorbedingungen
Von: 
Jannes Bergmann/Paul Fröhlich

Der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg gegen die Ukraine dauert inzwischen mehr als drei Wochen an und der weitere Fortgang und das Ende sind nach wie vor unbestimmt. Gewiss kann es angesichts der Quellenlage nicht Aufgabe der Militärgeschichte sein, sich dem Krieg als historischem Objekt zu nähern und exemplarisch das operative Geschehen zu analysieren. Aber dennoch ist es möglich, diese schon jetzt klare Zäsur in der europäischen Geschichte vor dem Hintergrund historischer (Dis-)Kontinuitäten zu betrachten und damit auch Ausblicke auf potentielle Entwicklungen zu gewähren. Hierzu befragen wir im zweiten Teil der Themenreihe „Krieg in der Ukraine“ Dr. Franziska Davies (@efdavies) vom Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte am Historischen Seminar der LMU München. Zu ihren Forschungsschwerpunkten gehört die moderne Geschichte Russlands, der Ukraine und Polens. In ihrem gemeinsam mit Katja Makhotina verfassten und demnächst erscheinenden Buch „Offene Wunden Osteuropas“ setzt sie sich mit der deutschen Erinnerungskultur zum Vernichtungskrieg im östlichen Europa auseinander – also die perfekte Gesprächspartnerin, um die historischen Vorbedingungen des Krieges näher zu beleuchten.

Interview
Reden und Predigten eines Wehrmachtpfarrers aus sowjetischer Gefangenschaft 1943–1945
Von: 
Victor Marnetté

Dem griechischen Komödiendichter Ménandros wird folgender Satz zugeschrieben: „Für alle Sterblichen ist das Gewissen Gott.“ Nach dieser Maxime richtete sich offenbar auch der Kieler Militärpfarrer Johannes Schröder, wie die über 80 Rundfunkansprachen und -predigten, die Schröder zwischen 1943 und 1945 in sowjetischer Gefangenschaft hielt, eindrucksvoll belegen. Es ist Christiane Godt, der jüngsten Tochter Schröders, Peter Godt, Hartmut und Silke Lehmann sowie Jens Holger Schjørring zu verdanken, dass diese nun in einer Edition gebündelt vorliegen.

Buchbesprechung
Von: 
Gundula Gahlen

Der völkerrechtswidrige russische Angriffskrieg in der Ukraine ist eine menschliche Katastrophe und erschüttert die Grundlagen der europäischen Friedensordnung, die nach dem Ende des Kalten Krieges errichtet wurde. Hinzu kommt, dass die russische Regierung die Geschichte für ihren Angriffskrieg als Argument bemüht und hier mit Verzerrungen und Lügen arbeitet. Das Portal Militärgeschichte des Arbeitskreises Militärgeschichte e.V.

Miszelle
General Abd-al-Aziz Davletshin and Islam Policies in the Russian Empire
Von: 
Franziska Davies

Historians have identified military elites as crucial pillars of empires. In the Russian Empire, too, the integration of non-Russian elites into the higher echelons of the army was central to building and sustaining the empire. This allowed Muslims, generally nobles, to pursue careers in the army throughout the nineteenth and early twentieth centuries. Among them was Abd-al-Aziz Davletshin who used his position to lobby the government for a more balanced treatment of the tsar’s Muslim subjects. He is a fascinating example of an “imperial subject” who participated in the ruling of the empire and at the same time interpreted the imperial realm.

Aufsatz

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