Der „Soldat, weiblich“ und seine internationalen Vorbilder im Kalten Krieg
Von:
Nils Birk
Während die gesellschaftspolitischen Diskurse um die Frage nach bundesdeutschen Solda-tinnen seit 1955 weitgehend rekonstruiert sind, bleiben die Planungsprozesse innerhalb des BMVg überwiegend unbekannt. Gegenstand der laufenden Studie ist die Frage, wie das BMVg eine mögliche Soldatin im Laufe des Kalten Krieges plante.
Das österreichische Bauunternehmen Swietelsky und die Beteiligung an der „Straße der SS“
Von:
Raphaela M. Bollwein
Die Bauwirtschaft des NS-Regimes legte den Grundstein für die erfolgreiche Etablierung zahlreicher Unternehmen, von denen viele bis heute tätig sind. Dazu gehört auch Swietels-ky, ein österreichisches Unternehmen, dessen internationale Tätigkeit auf dem Einsatz von jüdischen Zwangsarbeitern beruhte, die während des Zweiten Weltkrieges für den Profit der Firma ausgebeutet wurden. Eine exzessive Wirtschaftspolitik der Nationalsozialisten, maß-lose Gebietsansprüche sowie Unternehmer, die im Dienst des Deutschen Reiches wirkten, ermöglichten die „Vernichtung durch Arbeit“ auf den Baustellen innerhalb und außerhalb des Deutschen Reiches. Über einen Zeitraum von 75 Jahren wurde dieser Aspekt in den Un-ternehmensdarstellungen nicht berücksichtigt.
In den vergangenen Jahren rückten Therapien psychischer Erkrankungen im Militär sowie der generelle Umgang mit psychisch versehrten Soldaten immer mehr in den Blickpunkt von wissenschaftlichen Untersuchungen. Die erschienen Publikationen untersuchten vor allem Umgang und Behandlungen von Mannschaftssoldaten, Offiziere waren bisher selten bis überhaupt kein Gegenstand der Forschung.
Die Rezension analysiert ein Themenheft zur Schlachtfeldarchäologie in Bayern und bewertet dessen Beitrag zur Erforschung militärischer Konflikte von der Vorgeschichte bis in die Frühe Neuzeit. Im Mittelpunkt stehen methodische Ansätze, interdisziplinäre Perspektiven sowie die wissenschaftliche Qualität der Beiträge. Neben der Würdigung der inhaltlichen Breite wird kri-tisch das Fehlen von Beispielen aus den Weltkriegen hervorgehoben.
Die Täter der Endphaseverbrechen von Randegg und Göstling an der Ybbs im April 1945
Von:
Johannes Glack
Am 13. und 15. April 1945 ermordete ein kleiner Kreis an Tätern auf Eigeninitiative ca. 180 ungarische Jüdinnen und Juden im ländlichen Niederösterreich in den Orten Randegg und Göstling an der Ybbs. Dieser Essay rekonstruiert den Verlauf der Verbrechen und nimmt dabei vor allem Handeln und Motive der Täter in den Blick. Exemplarisch zeigt sich dabei, wie stark ideologische Komponenten wie Antisemitismus und soldatische Männlichkeit bei Endphaseverbrechen wirkten und wie Dynamiken der Endphase Gewalträume im ländlichen Gebiet öffneten.
Das militärische Gewalthandeln des Ostasiatischen Expeditionskorps im Boxerkrieg 1900/1901
Von:
Martin H. Schulz
Um die vorvergangene Jahrhundertwende erlebte der Imperialismus der ausländischen Mächte in China seinen Höhepunkt. Ausgelöst durch den Aufstand breiter Schichten der Landbevölkerung kam es zu einer imperialen Intervention der Mächte im Qing-Reich. Im Rahmen dessen entsandte das Deutsche Kaiserreich über 20.000 Soldaten des Heeres und der Kaiserlichen Marine. Welche Gewalthandlungen sie in China ausübten, ist Gegenstand einer laufenden Studie.
Kriegsgeschichtliche Werke von Franz Freiherr von Soden im Online-Angebot der Württembergischen Landesbibliothek
Von:
Wolfgang Mährle
Der württembergische General Franz Freiherr von Soden profilierte sich im Ersten Weltkrieg als erfolgreicher Truppenführer. Nach 1918 war er als Initiator und Förderer von Kriegsdenkmälern und Erinnerungsstätten, als Organisator von militärischen Feiern und Gedenkveranstaltungen sowie als Kriegsgeschichtsschreiber einer der einflussreichsten Weltkriegsveteranen in Schwaben. Die drei wichtigsten kriegsgeschichtlichen Werke Sodens sind seit Kurzem im Online-Angebot der Württembergischen Landesbibliothek (Bibliothek für Zeitgeschichte) einsehbar.
Die Reichswehr zwischen Landesverteidigung und „Blitzkrieg.“ Workshop des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (Potsdam, 9./10.7.2025)
Von:
Mika Hagedorn
Am 9. und 10. Juli 2025 lud das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) zum vierten Workshop über die Reichswehr nach Potsdam ein. Die Organisation übernahmen Dr. Frederike C. Hartung, Dr. Frank Reichherzer und Dr. Dennis Werberg. Ziel war es, die Reichswehr als Vorläufer und militärischen Vordenker der Wehrmacht im Kontext der „Blitzfeldzüge“ zu analysieren.