Kriegsverbrechen

Von: 
Gerhard Hirschfeld

Mit ihrer exzellenten Studie, einer Freiburger Dissertation (2017), eröffnet Larissa Wegner neue Wege zur Besatzungsgeschichte des Ersten Weltkriegs. Dabei kommt dem deutschen Wirtschaftskrieg eine ebenso große Bedeutung zu wie die Frage nach den Ursachen der Gewalt und deren Auswirkungen auf die Menschen.

Buchbesprechung
Von: 
Ángel Ruiz Kontara

Johannes Thanner zog als Gefreiter in den Zweiten Weltkrieg. Er sammelte Bilder, wahrscheinlich von ihm selbst erstellte Fotografien über den Verlauf des Konfliktes aus der Sicht des einfachen Soldaten. Seine Perspektive war jedoch weder einfach noch objektiv. Ein Beitrag zur Visual History der Wehrmachtsoldaten.

Aufsatz
Verbrechen, Zwangsarbeit, Widerstand – eine Intervention gegen das Image der „sauberen Luftwaffe“
Von: 
Inka Engel/Peter-Erwin Jansen/Olga Mai-Wörister

Das Image der „sauberen Luftwaffe“ bröckelt – denn eine Intervention der Studierenden der Touro University Berlin zeigt Ausstellungselemente eines etwas anderen Images der Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg. Bis zum 1. März 2023 wurde die Intervention im Militärhistorischen Museum in Gatow gezeigt. Seit dem 23. März 2023 bis zum 23. Mai 2023 war sie in Auszügen im Klubhaus Spandau zu sehen.

Miszelle
V. Teil: Krieg in der Ukraine – Zur historischen Einordnung der russischen Kriegsverbrechen
Von: 
Gundula Gahlen

Die brutalen Bilder aus Butscha und anderen Orten der Ukraine sorgen weltweit für Entsetzen. Viel ist in den letzten Wochen davon die Rede, dass die russischen Kriegsgräuel in der Ukraine geahndet werden müssen. Doch wie lassen sich die Kriegsverbrechen juristisch und historisch einordnen? Und wo liegen auch heute noch die Grenzen der Durchsetzbarkeit des Kriegsrechts? Im fünften Teil der Themenreihe „Krieg in der Ukraine“ gibt hierüber der Historiker PD Dr. Daniel Marc Segesser von der Universität Bern Auskunft. 2010 erschien seine Habilitationsschrift „Recht statt Rache oder Rache durch Recht? Die Ahndung von Kriegsverbrechen in der internationalen fachwissenschaftlichen Debatte 1872–1945“. Seitdem untersuchte er in vielen weiteren geschichtswissenschaftlichen Beiträgen das Spannungsverhältnis von Kriegsverbrechen und humanitärem Völkerrecht.

Interview
Leben, Leiden und Sterben „kommunistischer“ Gefangener in Vietnams amerikanischem Krieg
Von: 
Christian Koller
Berni_Cover
Als einschneidendes Ereignis in der Epoche des Kalten Krieges ist der Vietnamkrieg Gegenstand unzähliger wissenschaftlicher und journalistischer Studien. Umso erstaunlicher ist es, dass der Umgang mit den der Zusammenarbeit mit dem Vietcong verdächtigten „kommunistischen“ Gefangenen durch amerikanische und südvietnamesische Behörden bislang kaum untersucht worden ist. Marcel Berni hat sich diesem Desiderat nun in seiner preisgekrönten Hamburger Dissertation auf der Basis eines sehr breiten Quellenkorpus zugewandt.
Buchbesprechung

Partisanen-/Bandenbekämpfung und Besetzung in der UdSSR; Frontkämpfer an der Ostfront; Nachkriegszeit Bewaffnete Organe.

Eine Referenzrahmenanalyse
Von: 
Florian Steinfals
Polish and Jewish inhabitants of Aleksandrow Kujawski hold their arms in the air after their arrest by German soldiers during the conquest of Poland. (© United States Holocaust Memorial Museum, courtesy of Harry Lore)

Als die Wehrmacht im September 1939 Polen angriff, ging sie mit außerordentlicher Gewalt gegen die polnische Zivilbevölkerung vor: Etwa 26 000 polnische Zivilisten verloren ihr Leben, 16 000 von ihnen wurden hingerichtet. Die Genese dieser Kriegsverbrechen soll mithilfe einer Referenzrahmenanalyse, die die Wahrnehmungs- und Deutungsmuster der Wehrmachtssoldaten rekonstruiert, erklärt werden.

Projektskizze
(Dissertation)
Von: 
Christian Stein
Originalbildunterschrift: "Nichts fällt den Sowjets in die Hände". (Bundesarchiv, Bild 146-1969-106-37 / Baier / CC-BY-SA 3.0)

Das Geschehen an der Ostfront des Zweiten Weltkriegs war in der zweiten Kriegshälfte im Wesentlichen durch mehrere, zeitlich versetzte Rückzüge der deutschen Wehrmacht aus den eroberten Gebieten und dem gleichzeitigen Vorrücken der Roten Armee geprägt. Die zweite Kriegshälfte ist von der westlichen Forschung bisher deutlich weniger beachtet worden, als die deutschen Offensiven bis 1942. Insbesondere das Verhalten der deutschen Soldaten auf dem Rückzug und die dabei begangenen Verbrechen stellen Forschungsdesiderate dar.

Thema

Projektskizze
Von: 
Gerd Krumeich

 

The First World War centenary has offered, with the exception of Christopher Clark’s The Sleepwalkers, few surprises. Pretty much everything has been said and there is clearly agreement on many subjects. Last year, however, the question of German war crimes during the march into Belgium and France in the summer of 1914 re-emerged – albeit well after its hundredth anniversary, although with much greater intensity than many of the other debates.

Interview
Von: 
Marcel Berni
Ein US-Marine im Vietnamkrieg 1966. Im Hintergrund ist die Sprengung einer Vietcong-Stellung zu sehen. (Quelle: wikimedia commons/NARA)
Als die 18-jährige Bui Thi Huong am Abend des 23. Septembers 1966 einschlief, rechnete sie nicht in ihren schlimmsten Albträumen damit, was ihr in der kommenden Nacht widerfahren würde. Huong lebte im südvietnamesischen Weiler Xuan Ngoc, etwas außerhalb des Dorfes Ky Chanh im Distrikt Ly Tin - rund 200 Kilometer südlich der demilitarisierten Zone, die seit der Genfer Indochinakonferenz 1954 Vietnam teilte. Die Amerikaner verwendeten für die in der Umgebung lose zusammenliegenden Weiler die Bezeichnung „Xuan Ngoc“.
Aufsatz

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