Zweiter Weltkrieg

Das österreichische Bauunternehmen Swietelsky und die Beteiligung an der „Straße der SS“
Von: 
Raphaela M. Bollwein

Die Bauwirtschaft des NS-Regimes legte den Grundstein für die erfolgreiche Etablierung zahlreicher Unternehmen, von denen viele bis heute tätig sind. Dazu gehört auch Swietels-ky, ein österreichisches Unternehmen, dessen internationale Tätigkeit auf dem Einsatz von jüdischen Zwangsarbeitern beruhte, die während des Zweiten Weltkrieges für den Profit der Firma ausgebeutet wurden. Eine exzessive Wirtschaftspolitik der Nationalsozialisten, maß-lose Gebietsansprüche sowie Unternehmer, die im Dienst des Deutschen Reiches wirkten, ermöglichten die „Vernichtung durch Arbeit“ auf den Baustellen innerhalb und außerhalb des Deutschen Reiches. Über einen Zeitraum von 75 Jahren wurde dieser Aspekt in den Un-ternehmensdarstellungen nicht berücksichtigt.

Aufsatz
Von: 
André Müllerschön

In den vergangenen Jahren rückten Therapien psychischer Erkrankungen im Militär sowie der generelle Umgang mit psychisch versehrten Soldaten immer mehr in den Blickpunkt von wissenschaftlichen Untersuchungen. Die erschienen Publikationen untersuchten vor allem Umgang und Behandlungen von Mannschaftssoldaten, Offiziere waren bisher selten bis überhaupt kein Gegenstand der Forschung.

Buchbesprechung
Die Täter der Endphaseverbrechen von Randegg und Göstling an der Ybbs im April 1945
Von: 
Johannes Glack
Ort des Verbrechens in Göstling an der Ybbs heute, © Johannes Glack

Am 13. und 15. April 1945 ermordete ein kleiner Kreis an Tätern auf Eigeninitiative ca. 180 ungarische Jüdinnen und Juden im ländlichen Niederösterreich in den Orten Randegg und Göstling an der Ybbs. Dieser Essay rekonstruiert den Verlauf der Verbrechen und nimmt dabei vor allem Handeln und Motive der Täter in den Blick. Exemplarisch zeigt sich dabei, wie stark ideologische Komponenten wie Antisemitismus und soldatische Männlichkeit bei Endphaseverbrechen wirkten und wie Dynamiken der Endphase Gewalträume im ländlichen Gebiet öffneten.

Aufsatz

Digitale Geschichtskultur, Erinnerungskultur, Historisches Lernen

Nationalsozialismus, Behördengeschichte, Wehrmacht und Besatzungsherrschaft

Männlichkeit an der Heimatfront am Beispiel des Kaufmannes Hans Jakob
Von: 
Elisabeth Jena

Dieser Aufsatz beleuchtet narrative Selbstkonstruktionen des Kaufmannes Hans Jakob, der im Zweiten Weltkrieg für seine zivile Arbeit unabkömmlich gestellt wurde und getrennt von Ehefrau und Kindern an der Hamburger Heimatfront lebte. Auf Basis privater Briefe zwischen ihm und seiner Ehefrau wird für das Kriegsjahr 1943 untersucht, wie sich sein Leben in den Bereichen Beruf, Haushalt und „Kriegsgeschehen“ gestaltete und auf welche Weise er sich in den Briefen als Mann konstruierte.

Aufsatz
Von: 
Christoph Jahr

Es gibt Bundeswehrkasernen, die nach Widerstandskämpfern gegen den Nationalsozialismus und Deserteuren des Zweiten Weltkriegs benannt sind. Kann man da wirklich noch vom „Elend der Traditionspflege in der Bundeswehr“ sprechen, wie es der vorliegende Sammelband tut?

Buchbesprechung
Reichswehr-Projekt – Workshop 2025
Von: 
Dennis Werberg

Nach den, auch für die Wehrmachtführung überraschenden »Blitzsiegen« über Polen und Frankreich 1939/40 plante das deutsche Militär den Überfall auf die Sowjetunion operativ von Anfang an als »Blitzkrieg«. Dieser scheiterte nach anfänglichen großen Geländegewinnen vor Moskau. Auf der Suche nach den Hintergründen der Kriegführung der Wehrmacht richtet sich der Blick beinahe zwangsläufig auf die Reichswehr als organisatorische Vorgängerin. Hier stoßen Betrachterinnen und Betrachter heute jedoch auf das Problem, dass die Grundlagenforschung zur Reichswehr bereits in den 1980er Jahren verebbt ist. Selbst im Hinblick auf die Themen Kriegsbild und Operatives Denken, zu denen immerhin einige neuere Arbeiten vorliegen, stellt sich der Forschungsstand recht disparat dar. Hier setzt der geplante Workshop an.

Miszelle
Von: 
Jérôme Bakendorf

Zwischen dem 11. und dem 13. September 2024 fand im Kongresshotel Potsdam die diesjährige Internationale Tagung der Militärgeschichte (ITMG) statt mit dem Thema Streitkräfte zwischen den Weltkriegen: Erfahrungen und Erwartungen in der nationalen und transnationalen Diskussion. Dabei wurde der Fokus auf eine trans- und internationale Perspektive gelegt, um eine Diskussion über den nationalen Kontext hinaus zu ermöglichen.

Tagungsbericht

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