AKM

Von: 
Sebastian Bürger
»Der gefürchtete 42-cm Mörser in Stellung vor Lüttich, am 7. August 1914«. Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Dicke_Bertha_vor_Luettich_070814.jpg

Am 15. und 16. April 2021 fand die Tagung „Technikwissen und Wissenstechniken im deutschen Militär seit 1890“ in Zusammenarbeit mit der TU Braunschweig und dem Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr digital als Webinar statt. Organisiert wurde die Veranstaltung von Christian Kehrt (Braunschweig), Markus Pöhlmann und Frank Reichherzer (beide Potsdam). Markus Pöhlmann eröffnete die Veranstaltung mit einer Einführung, in der er über die Problematiken der historischen Forschung an der Schnittstelle von Technik- und Militärgeschichte der letzten Jahrzehnte sprach.

Tagungsbericht
Das Polizieren der Bergarbeiterstreiks 1910/11 in Südwales und 1912 im Ruhrgebiet im Vergleich
Von: 
Katharina Schmitten

Weder in Großbritannien noch im Deutschen Reich existierte im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert eine speziell für den Umgang mit Demonstrationen, Streiks und Straßenunruhen ausgerüstete und ausgebildete „riot police”. War die Polizei mit der Kontrolle großer Streikbewegungen überfordert, wurde in beiden Ländern Militär requiriert. Dieser Aufsatz untersucht vergleichend das Verhältnis von Politik, Zechenherren, Polizei und Militär am Beispiel des staatlichen Vorgehens gegen die Bergarbeiterstreiks 1910/11 in Südwales und 1912 im Ruhrgebiet. Der Analyse geht eine vergleichende Skizzierung der rechtlichen Grundlagen von Militäreinsätzen im Inneren voraus.

Aufsatz
Die Inszenierung der bayerischen Nation im Königlich-Bayerischen Armeemuseum 1881–1905
Von: 
Marina Beck

Das Königlich-Bayerische Armeemuseum öffnete 1881 seine Tore. Es sollte Denkmal für die bayerische Armee sein, die Dynastie der Wittelsbacher inszenieren und die (neu) vereinigten Gebiete des Königreichs Bayern visualisieren. Dieser Beitrag diskutiert, ob und wie es dem Museum gelang, Armee, Dynastie und Staat in Bayern in der Ausstellung zu präsentieren.

Aufsatz
Vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart
Von: 
Christian Th. Müller
Cover "Cabanes (Hg.), Eine Geschichte des Krieges"

Mit der Übersetzung des 2018 ursprünglich in französischer Sprache durch Bruno Cabanes herausgegebenen Sammelbands zur Geschichte des Krieges vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart liegt Dank der Hamburger Edition ein ebenso facettenreiches wie anregendes Standardwerk zur neuesten Militärgeschichte nun endlich auch auf Deutsch vor.

Buchbesprechung
General Abd-al-Aziz Davletshin and Islam Policies in the Russian Empire
Von: 
Franziska Davies

Historians have identified military elites as crucial pillars of empires. In the Russian Empire, too, the integration of non-Russian elites into the higher echelons of the army was central to building and sustaining the empire. This allowed Muslims, generally nobles, to pursue careers in the army throughout the nineteenth and early twentieth centuries. Among them was Abd-al-Aziz Davletshin who used his position to lobby the government for a more balanced treatment of the tsar’s Muslim subjects. He is a fascinating example of an “imperial subject” who participated in the ruling of the empire and at the same time interpreted the imperial realm.

Aufsatz
Vom Kontrollverlust, Kreditkaskaden und der Wirkmacht der Söldner im Dreißigjährigen Krieg
Von: 
Tim Nyenhuis
Bellum Symbolicum. Das ist: Die erschröckliche Wirckungen deß Kriegs inn Gleichnuß fürgestellt (https://mdz-nbn-resolving.de/details:bsb00100388)

Der Dreißigjährige Krieg wurde schon von Zeitgenossen als zügellos und entgrenzt empfunden. Gewalt gegen Zivilisten, die Verwüstung von Städten und ganzen Landstrichen implizierte einen Kontrollverlust der Kriegs- und Feldherren über den Konflikt. Zugeschrieben wurde dies den profitorientierten Kriegsunternehmern und ihren Söldnern. Sie lebten vom Krieg und brachten mit ihrer Eigensinnigkeit und ihrem Selbstverständnis die alte weltliche und himmlische Ordnung ins Wanken.

Aufsatz
Online-Workshop des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) am 7.9.2021
Von: 
Tobias Pech

Historische Jahrestage eignen sich in der Regel gut, um zurückliegende Ereignisse und den sie betreffenden Forschungsstand genauer zu betrachten. Am 7. September 2021 jährte sich die Unterzeichnung des im September 1901 unterzeichneten „Boxerprotokolls“ zum 120. Mal, welches gemeinhin als Schlusspunkt des Boxerkrieges gilt.

Tagungsbericht
Voraussetzungen, Prozesse und Repräsentationen einer sozialen Praxis von der Antike bis zum 20. Jahrhundert
Von: 
John Zimmermann

Dass im Militär entschieden wird, scheint so selbsterklärend zu sein, dass dieser Prozess bislang geschichtswissenschaftlich kaum untersucht worden ist. Mit der von ihnen organisierten AKM-Jahrestagung 2017, deren Beiträge nun in diesem Band vorliegen, reißen Martin Clauss und Christoph Nübel diese Thematik über die Zeitläufte hinweg auf. Sie liefern einen inspirierenden Auftakt zu einem Forschungsfeld mit immensem Potential, insbesondere für interdisziplinär angelegte Arbeiten.

Buchbesprechung
Der Politiker M. Tullius Cicero als Feldherr
Von: 
Simon Puschmann
Cistoporus

M. Tullius Cicero gilt unbestritten als ein wichtiger Politiker, Philosoph, Schriftsteller und Anwalt der Endphase der römischen Republik. Keinesfalls aber gilt er als nennenswerter Feldherr. Doch nach langjähriger politischer Tätigkeit verwaltet Cicero die Provinz Kilikien moderat und kommandiert zwei Legionen. Er verteidigt den römischen Machtbereich nach außen gegen den bevorstehenden Einfall der Parther wie nach innen gegen rebellierende Kilikier in je zwei Verteidigungs- und Angriffsphasen und wird dabei siegreich zum imperator akklamiert.

Aufsatz

Am 14. Oktober 2021 wurde zum dritten Mal der "Förderpreis für Militärgeschichte und Militärtechnikgeschichte" verliehen. Die Auszeichnung der Preisträger fand im Rahmen eines Nachwuchskolloquiums zur Militärgeschichte an der Universität Potsdam statt.

Miszelle

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