Mit dem Namen Johannes Steinhoff verbinden an Militär und Militärgeschichte Interessierte vor allem ein vom Krieg gezeichnetes Gesicht. Es machte den General unverwechselbar. Daneben erinnern sich nicht wenige an den hochdekorierten Jagdflieger, der, mit Ritterkreuz nebst Eichenlaub und Schwertern ausgezeichnet, nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundeswehr eine beeindruckende Karriere machte. Dabei handelte es sich bei Johannes Steinhoff um einen herausragenden Vertreter der Bundeswehr mit hohem Ansehen im In- und Ausland.
Die Einschätzungen der militärischen Stärke und Planungen Frankreichs und Russlands durch den deutschen Generalstab 1894-1914. (Dissertationsvorhaben)
Von:
Lukas Grawe
Mit dem Auslaufen des deutsch-russischen Rückversicherungsvertrages und dem 1894 in Kraft getretenen russisch-französischen Bündnis begann für das Deutsche Reich die Zeit einer realen Zweifronten-Kriegsgefahr. Der Eintritt des Deutschen Reichs in die „Weltpolitik“ führte ab 1900 zu wachsenden internationalen Spannungen. Seit der Ersten Marokkokrise 1905/06 stand Europa mehrfach am Rande eines Krieges. Aus diesem Grund war die militärische Führung auf genaue Informationen über die potenziellen Gegner angewiesen, um auf die neuesten militärischen und politischen Entwicklungen reagieren und die eigene militärische Planung darauf abstimmen zu können. Das Dissertationsvorhaben untersucht die Grundlagen, Entwicklungen und Bedeutungen der militärischen Einschätzungen Frankreichs und Russlands durch den deutschen Generalstab von 1894 bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs.
Workshop, Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr, Potsdam, 6.-8. Mai 2013
Von:
Marcel Kellner
Im englischsprachigen Raum wird 2014 das "Centennial" des "Great War", im französischen das "Centennaire" des "Grande Guerre" begangen. Wenngleich der hundertste Jahrestag des Ersten Weltkrieges hierzulande keine staatspolitische Dimensionierung zukommt, erfährt die "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" (George F. Kennan) auch hierzulande enorme Öffentlichkeitswirkung – nicht zuletzt durch eine Vielzahl wissenschaftlicher wie medialer Ereignisse.
Wäre der Eintritt zum "Invalidendom" nicht inbegriffen, würde wohl kaum jemand das Armeemuseum in Paris besuchen (und schon gar nicht € 9,90 dafür bezahlen). Die weltbekannte Kuppelkirche mit dem Napoleongrab lohnt den Besuch durchaus, während das Museum zwar über eine reichhaltige Sammlung verfügt, aber museal und historisch in fast jeder Hinsicht sehr konservative Züge trägt.
Eher geht ein Kamel durchs Nadelöhr als dass ein Panzerfilm aus Putins Russland beim Festival in Cannes auf die Shortlist kommt. Auf den Versuch hat es der Regisseur Karen Shakhanazarov mit „Belvy tigr“ (Weißer Tiger) in diesem Jahr immerhin ankommen lassen.
Die nationalsozialistische Militärjustiz ist noch immer ein aktuelles Forschungsthema, ihre Aufarbeitung, die Auseinandersetzung mit ihr und die Erinnerung an sie sind auch in den Medien präsent. Die öffentlichen Thematisierungen reichen von Susanna Filbinger-Riggerts (auto-)biographischem Werk " Kein weißes Blatt" über die Wander-ausstellung "Was damals Recht war ... – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht" bis hin zum aktuellen Beschluss des Hamburger Senats, ein Denkmal für die Opfer der Wehrmachtjustiz errichten zu lassen.
Der Inhaber des Lehrstuhls für Militärgeschichte/Kulturgeschichte der Gewalt an der Universität Potsdam, Prof. Dr. Bernhard R. Kroener, ist am Donnerstag, 14. März 2013, in einem Festakt verabschiedet worden.
Seit dem 9. Oktober 1991 erinnert die Volkswagen AG (VW) mit einem Gedenkstein auf dem Gelände des Volkswagenwerkes an "Tausende von Zwangsarbeitern und Zwangsarbeiterinnen, die als rassisch und politisch Verfolgte, als Kriegsgefangene und aus dem vom Dritten Reich besetzten Ländern Europas Deportierte im Volkswagenwerk für die Rüstungsanstrengungen und den Krieg eines verbrecherischen Systems gelitten haben" (Inschrift der Gedenktafel). Acht Jahre später errichtete Europas größter Autobauer eine Dauerausstellung, um die Erinnerung an das dunkelste Kapitel seiner Geschichte wach zu halten.
Der Aufsatzband, als sechster Band der Reihe „Krieg in der Geschichte“ (KRiG) erschienen, ist eine inzwischen klassisch gewordene Bestandsaufnahme der Militärgeschichte im deutschsprachigen Raum. Entstanden aus einer Tagung des Arbeitskreises Militärgeschichte 1998 in Bochum in Zusammenarbeit mit dem Institut für Soziale Bewegungen der Ruhr-Universität Bochum war es das erklärte Konzept der Herausgeber des Bandes die Debatten in der militärgeschichtlichen Forschung „über die kriegerische Gewalt als gesellschaftliches Phänomen“ und „über das Militär als politische Institution und als kulturellen Prägefaktor“ (7) voranzutreiben.