Das Geschehen an der Ostfront des Zweiten Weltkriegs war in der zweiten Kriegshälfte im Wesentlichen durch mehrere, zeitlich versetzte Rückzüge der deutschen Wehrmacht aus den eroberten Gebieten und dem gleichzeitigen Vorrücken der Roten Armee geprägt. Die zweite Kriegshälfte ist von der westlichen Forschung bisher deutlich weniger beachtet worden, als die deutschen Offensiven bis 1942. Insbesondere das Verhalten der deutschen Soldaten auf dem Rückzug und die dabei begangenen Verbrechen stellen Forschungsdesiderate dar.
Das Agieren der Großmächte Deutschland, Großbritannien und Sowjetunion in Sowjetisch- und Chinesisch-Turkestan 1919–1933 (Dissertation)
Von:
David X. Noack
Basierend auf den Akten des deutschen, britischen und sowjetischen Außenministeriums werden in dieser diplomatie- und geopolitikgeschichtlichen Dissertation die gegenseitigen Perzeptionen von Deutschland, Großbritannien und der Sowjetunion in Zentralasien von 1919 bis 1933 untersucht. Im Fokus steht dabei die Frage, wie die politischen Entscheider der drei Großmächte sich wechselseitig, aber auch wie sie die zahlreichen autochthonen Akteure in der Region wahrgenommen haben.
Das Erbe des Tirpitz-Plans und der Kampf um die „Zukunft auf dem Wasser“
Von:
Benjamin Miertzschke
"Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser", hatte Kaiser Wilhelm II. den Deutschen im September 1898 bei der Eröffnung des Stettiner Freihafens verkündet, knapp ein halbes Jahr, nachdem das erste Flottengesetz den Reichstag passiert hatte. Mithilfe der Flotte, das war zu dieser Zeit nicht nur der Traum des Monarchen, sondern auch der eines zunehmenden Teils des Bürgertums, sollte Deutschland von einer europäischen Großmacht zu einer Weltmacht aufsteigen.
In seinem dritten Band zur Wehrmacht beschreibt der US-Historiker Robert M. Citino die Kämpfe der Jahre 1944 und 1945. Neben Analysen der wichtigsten Operationen versucht er zu erklären, wieso die Wehrmacht und vor allem deren Offizierkorps bereitwillig bis zum Zusammenbruch kämpften.
Die sowjetische Sommeroffensive auf Charkow im August 1943 und die Kampfstärke der beteiligten sowjetischen Armeen
Von:
Valerij N. Zamulin; Viktor V. Zamulin
Die Woronescher Front und die Steppenfront waren zwei strategische Großverbände der Roten Armee. Sie unterstanden dem Hauptquartier des Kommandos des Obersten Befehlshabers (Stawka) und waren im Sommer 1943 für die Belgorod-Charkower Offensivoperation vorgesehen. Diese Hauptoffensive der Roten Armee fand vom 3. bis zum 23. August 1943 statt und beendete die Kursker Schlacht.
Die osmanischen Streitkräfte vom 15. bis zum 18. Jahrhundert
Von:
Thomas Scheben
Während die europäischen Streitkräfte an der Schwelle zur Moderne auf Standardisierung und Homogenisierung setzten, schlugen die Osmanen unfreiwillig die entgegengesetzte Richtung ein und gerieten militärisch ins Hintertreffen. Die heute vielfach als Erfolgsrezept für Großorganisationen aller Art angesehene „Diversität“ war in den direkten Auseinandersetzungen mit homogenen, kohärenten Konkurrenten offenbar nicht immer und überall von Vorteil.
Die Römer haben es geschafft, ihre von Beginn an multiethnische Armee effektiv einzusetzen, Diversität und Integration wurden so zu einer Stärke. Das römische Modell verlief zwar nicht immer reibungsfrei, erwies sich jedoch insgesamt als durchweg erfolgreich.
Empört verließ Maximilian Graf von Spee den Deutschen Club in Santiago de Chile. Kurz zuvor hatten seine Gastgeber aus der deutschen Kolonie vor Ort Hassreden auf den wenige Tage zuvor in der Seeschlacht von Coronel besiegten Admiral Sir Christopher Cradock gehalten. Graf Spee, der deutsche Sieger von Coronel und zugleich ein Freund Cradocks, konnte diesen Reden nichts Gutes abgewinnen. Aus diesem Grund verließ er den Club und kehrte auf sein Flaggschiff, den Panzerkreuzer Scharnhorst, zurück. Der folgende Text stellt die Vorgeschichte und den Verlauf der Schlacht von Coronel vor.