Erinnerung

Von: 
Friederike Höhn / John Zimmermann

2014 jährt sich der Beginn des Ersten Weltkrieges zum 100. Mal. Das Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr nahm dies im September diesen Jahres zum Anlass, eine militärhistorische Exkursion in den Raum der Schlacht von Tannenberg durchzuführen. Dieser markiert gleich in mehrfacher Hinsicht einen Erinnerungsort des deutschen und polnischen, aber auch des litauischen und russischen nationalen Gedächtnisses.

Exkursionsbericht
Von: 
Daniel Schumacher
Remembrance Sunday at the Hong Kong Cenotaph, 14.11.2010
Schon kurz nach Beginn der Pazifikkrieges im Dezember 1941 eroberten japanische Truppen auch die britischen Kolonien Hong Kong und Singapur. Es folgte eine mehr als dreieinhalb Jahre währende Besatzungsherrschaft, die erst mit der Kapitulation Japans und der Wiederinbesitznahme durch Großbritannien endete. Die Kriegsjahre wurden so zu einem entscheidenden Wendepunkt in der neueren Geschichte der südostasiatischen Staaten und hinterließen ein schwieriges Erbe. Die vormals unbesiegbar scheinende Kolonialmacht hatte schwere Niederlagen gegen Japan hinnehmen müssen und in der Folge unwiederbringlich an Reputation und politischem Einfluss in der Region verloren. Der Zweite Weltkrieg in Südostasien veränderte somit grundlegend die Machtverhältnisse, auf denen das Zusammenleben von „Europäern“ und „Asiaten“ bislang gefußt hatte. Diese Veränderungen begannen sich nach Kriegsende auch in den Denkmälern, Erinnerungszeremonien und den im öffentlichen Raum verbreiteten Narrativen abzubilden.
Projektskizze
Communist and Socialist Claims to the Frontkämpfer Legacy, 1918-1919
Von: 
Matthew Bucholtz
Cultivated during the Third Reich, the Myth of the Frontkämpfer, or Front Fighter, as an ardent rightwing supporter, became a central pillar of National Socialist political life. However, there is ample evidence to show that German veterans of the First World War did not exhibit such political unity, before and especially after the war. This paper argues that the Frontkämpfer identity had remarkable political flexibility as reflected by Communist and Socialist claims to represent the community of Front Fighters.
Aufsatz
Rede von François Hollande am 7. November 2013 in Paris

Die Grundzüge des offiziellen Gedenkens an den Beginn des Ersten Weltkrieges waren bereits 2012 unter Hollandes konservativem Vorgänger, Nicolas Sarkozy, entworfen worden. Hollande hat nun in seiner Rede neue Akzente mit Bezug auf die deutsch-französische Aussöhnung und das europäische Projekt gesetzt.

NATO-Rüstungskooperation im Kalten Krieg, the American Civil War, Erinnerungsgeschichte 1. und 2. Weltkrieg und Nationalsozialismus in Deutschland

Von: 
Frank Usbeck
GI am Rechner
Die Kriege in Afghanistan und im Irak entwickelten sich zeitgleich zu einer neuen, interaktiven Form der Internetnutzung. US-Soldaten und ihre Verbündeten machten sehr schnell von den Möglichkeiten des Web 2.0 Gebrauch. Ihre Onlinekommunikation aus dem Einsatzgebiet bietet individuelle, subjektive, und meist von unteren und mittleren Diensträngen geschriebene Perspektiven auf die jüngsten Konflikte. Ihre Interaktion mit Lesern, seien es die Familie, Freunde oder interessierte Fremde, zeigt wie die amerikanische Gesellschaft als Ganzes ihre Kriege erlebt, debattiert, und versucht, diese Kriegserlebnisse zu verarbeiten. Dieser Diskurs verwebt Prozesse und Praktiken, die sowohl in der Psychologie als auch der Kulturanthropologie und den Sozial- und Geisteswissenschaften als Kernelemente von Persönlichkeitsentwicklung, Gemeinschaftsbildung und von Heilprozessen verstanden werden.
Projektskizze

Geschichte Spaniens, insbes. des Spanischen Bürgerkriegs und der internationalen Brigaden
Französische und Spanische Fremdenlegion
Armut, Auswanderung, Fremder Kriegsdienst
Geschichte der Sowjetunion und der Kommunistischen Internationalen (Komintern)

Armeemuseum und Napoleongrab in Paris
Von: 
Dierk Walter
Marschälle und Marschallsstäbe des 20. Jahrhunderts

Wäre der Eintritt zum "Invalidendom" nicht inbegriffen, würde wohl kaum jemand das Armeemuseum in Paris besuchen (und schon gar nicht € 9,90 dafür bezahlen). Die weltbekannte Kuppelkirche mit dem Napoleongrab lohnt den Besuch durchaus, während das Museum zwar über eine reichhaltige Sammlung verfügt, aber museal und historisch in fast jeder Hinsicht sehr konservative Züge trägt.

Erfahrungen von Gefangenschaft des Spätmittelalters, Fehdeforschung, Selbstzeugnisse des Mittelalters, Gewaltforschung, interreligiöse Beziehungen und Konflikte, Sozialgeschichte des Mittelalters, Johanniterorden, Mönchtum und Ordenswesen im Hoch- und Spätmittelalter, Kirchen- und Frömmigkeitsgeschichte

Von: 
Marco Dräger
"Die Kirschen der Freiheit" am so genannten Göttinger Amtshaus in Nahaufnahme (Foto: Marco Dräger)

Die nationalsozialistische Militärjustiz ist noch immer ein aktuelles Forschungsthema, ihre Aufarbeitung, die Auseinandersetzung mit ihr und die Erinnerung an sie sind auch in den Medien präsent. Die öffentlichen Thematisierungen reichen von Susanna Filbinger-Riggerts (auto-)biographischem Werk " Kein weißes Blatt" über die Wander-ausstellung "Was damals Recht war ... – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht" bis hin zum aktuellen Beschluss des Hamburger Senats, ein Denkmal für die Opfer der Wehrmachtjustiz errichten zu lassen.

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