Das militärische Gewalthandeln des Ostasiatischen Expeditionskorps im Boxerkrieg 1900/1901
Martin H. Schulz
Projektskizze
Veröffentlicht am: 
19. Januar 2026
DOI: 
https://doi.org/10.60658/mug.v15i1.45

China und der Imperialismus

In der heutigen gesellschaftlichen Diskussion um die Kolonien, die sich das Deutsche Kaiserreich im 19. Jahrhundert aneignete, steht meistens der afrikanische Kontinent im Fokus. Allerdings war das Reich auch in Asien präsent und versuchte, im Wettstreit um Einfluss eine führende Rolle einzunehmen. Das Hauptinteresse galt dabei vor allem China.1

Im späten 19. Jahrhundert war das chinesische Kaiserreich unter der seit 1644 herrschenden Qing-Dynastie auf den Zustand einer »Halbkolonie« herabgesunken.2 Es war durch ungleiche Verträge3 und ausländische Interventionen sowie Aufstände4 im Innern seiner politischen Handlungsfreiheit weitgehend beraubt. Seit den Opiumkriegen erlebten die Menschen in China faktisch ununterbrochen koloniale oder imperiale5 staatliche Gewalt – sowohl seitens ausländischer Imperialmächte als auch im Konflikt mit der herrschenden Mandschu-Dynastie.6 Einen Höhepunkt in diesem Gewaltkontinuum,7 das eine dichotome Trennung zwischen Krieg und Frieden nicht zulässt, stellte der Boxerkrieg8 dar.

Im Jahre 1898 erhoben sich Bauern und Arbeiter in einer spontanen Massenbewegung im Norden Chinas gegen die ausländischen imperialen Mächte und ihre Vertreter9. Unter dem Slogan »Unterstützt die Qing, vernichtet die Ausländer«10 griffen sie zunächst Missionsstationen und im Frühjahr 1900 die Niederlassungen der Imperialmächte in Peking an. Diese Aufständischen wurden Boxer11 genannt und seit Juni 1900 offiziell vom chinesischen Kaiserhof unterstützt, der den Ausländern am 21. Juni 1900 den Krieg erklärte.12 Einen Tag zuvor hatte ein chinesischer Soldat den deutschen Gesandten, Clemens von Ketteler erschossen, als sich dieser auf dem Weg zum chinesischen Außenministerium (Zongli Yamen) befand.13 Kurz darauf entsandte das Deutsche Kaiserreich im Rahmen einer internationalen Militärkoalition ca. 22.000 Soldaten nach China, um die Erhebung niederzuschlagen. Den Oberbefehl über das Expeditionsheer erhielt der deutsche Generalfeldmarschall Alfred Graf von Waldersee, wobei es sich mehr um ein politisches Zugeständnis der anderen Mächte an das Kaiserreich aufgrund des Mordes am deutschen Gesandten handelte, denn um ein tatsächliches Kommando: Über den Einsatz der russischen, japanischen, amerikanischen und französische Einheiten konnte Waldersee nicht bestimmen. Einzig die Briten schienen an einer Kooperation mit den Deutschen wirklich interessiert gewesen zu sein.14

Deutsche Truppen im Boxerkrieg: Forschungsstand

In der gegenwärtigen (post-) kolonialen Debatte spielt Deutschlands rein personell umfangreichster Imperialkrieg im Vergleich zum ostafrikanischen15 oder südwestafrikanischen16 Schauplatz eine geringere Rolle. Für die Zeitgenossen jedoch war er von enormer Bedeutung und beherrschte über Monate die Schlagzeilen.17 Für viele Expeditionsteilnehmer bot die Entsendung nach China die Möglichkeit für Abenteuer und Selbstbeweis. Ihre Gewalttätigkeit wurde zusätzlich durch den obersten Kriegsherrn des Reiches befeuert: Am 27. Juli 1900 hielt Wilhelm II. vor angetretenen Soldaten seine berühmt gewordene Hunnenrede18, die zum Symbol deutscher Grausamkeit im Imperialkrieg in China avancieren sollte. Darin schwor der Kaiser seine Truppen auf einen brutalen, blutigen und unterschiedslosen Rachefeldzug gegen alle Chinesinnen und Chinesen ein. Bis heute gilt die Gewalttätigkeit der Soldaten des Ostasiatischen Expeditionskorps (OAEK) als pflichtgetreue Umsetzung der Worte des Kaisers.19 Für den Boxerkrieg steht aber eine grundlegende Analyse des Gewalthandelns der deutschen Soldaten und besonders der Gründe dafür noch aus. Erst wenn diese Forschungslücke geschlossen ist, lässt sich ein abschließendes Urteil über das Gewalthandeln des OAEK fällen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse lassen sich anschließend mit deutscher Kolonialgewalt auf anderen, besser erforschten Schauplätzen in Beziehung setzen.

Das Forschungsinteresse am Boxeraufstand ist im deutschsprachigen Raum gering geblieben, wenngleich es sich um die Jahrtausendwende anlässlich des hundertsten Jahrestages der Intervention gesteigert hat und einige Publikationen zum Thema erschienen sind.20 Zwar existieren einige kleinere Arbeiten, die die Gewaltausübung des Expeditionskorps thematisieren,21 doch eine systematische Untersuchung, die das Gewalthandeln selbst zum Gegenstand macht und dessen Gründe analysiert, steht noch aus. Diese Lücke soll die geplante Dissertation schließen.

Die Frage nach der Gewalt und ihren Gründen

Das Erkenntnisinteresse besteht in einer multifaktoriellen Analyse des spezifischen Gewalthandelns der Soldaten und Offiziere des OAEK im Boxerkrieg. Untersucht werden soll, in welchem Maße die Faktoren Militärische Kultur, Situation, Schauplatz, Normen und Motivation das Gewalthandeln der deutschen Soldaten im Boxerkrieg beeinflussten. Dies soll Rückschlüsse auf die spezifische Rolle des deutschen Militärs im kolonialen Einsatz ermöglichen und helfen, die allgemeine Frage nach den Parametern der Gewaltanwendung im kolonialen Kontext zu beantworten.

Die geplante Arbeit nimmt eine gewaltgeschichtliche Perspektive ein. Sie verknüpft die Ansätze der Kolonialgeschichte mit einer modernen Militärgeschichte. Außerdem wird zum Zwecke einer möglichst umfassenden Erklärung des Gewalthandelns der deutschen Truppen auf rechtshistorische, kulturgeschichtliche und sozialwissenschaftliche Theoreme Bezug genommen. Von zentraler Bedeutung ist der Einsatzbegriff22, der verstanden wird als »die Entsendung und Verwendung von militärischem Personal zur Erfüllung eines hoheitlichen/staatlichen Auftrags einer Kolonial-/Imperialmacht«23. Als Teil des Projektes »Deutsches Militär im kolonialen Einsatz 1880 bis 1918«24 ist die Studie in das Forschungskonzept des Forschungsbereiches Militärgeschichte bis 1945 am Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) in Potsdam eingebettet.

Das Ostasiatische Expeditionskorps im Einsatz

Für die Untersuchung wird eine breite Quellenbasis genutzt, die sich vor allem auf archivalisch verfügbare Ego-Dokumente stützt. Diese umfassen insbesondere Briefe und Tagebücher. Zum Teil sind solche Quellen bereits ediert und veröffentlicht worden.25 Sie werden durch offizielles Schriftgut, wie etwa Gefechtsberichte und Kriegstagebücher einzelner Verbände, ergänzt.26 Hinzu kommen zahlreiche Veröffentlichungen von Kriegsreportern, Journalisten und Offizieren, die noch während oder kurz nach dem Boxerkrieg entstanden sind.27

Auf dieser Grundlage widmet sich die Dissertation der Frage nach dem jeweiligen Einfluss der einzelnen Gewaltfaktoren. Diese werden zum Zwecke der Betrachtung analytisch getrennt. Es liegt jedoch auf der Hand, dass sie in der Realität in Zusammenhang miteinander stehen bzw. gestanden haben. Als erster Faktor wurde Militärische Kultur identifiziert.28 Den größten Einfluss auf das Handeln der Soldaten in einer Armee hätten dabei die durch Kultur programmierten Grundannahmen, die immer wirksam würden, selbst wenn der oder die Einzelne sie nicht bewusst reflektiert. In den Sozialwissenschaften hingegen wird argumentiert, dass die kulturelle Prägung eines Menschen kaum Einfluss auf den Ausbruch von Gewalt habe, sondern die konkrete Situation entscheidend sei.29 Drittens ist der Schauplatz als Gewaltfaktor zu untersuchen. Der Begriff wurde bereits von Susanne Kuß für die Kolonialgeschichte operationalisiert.30 Hierbei sind nicht nur die Besonderheiten des Kriegsschauplatzes (Umwelt, Bevölkerung) zu beachten, sondern auch die Tatsache, dass Deutschland den Krieg in einer Koalition führte und seine Truppen überwiegend ad-hoc zusammengestellt waren. Auf einen Krieg in Übersee war das Deutsche Reich organisatorisch nicht vorbereitet. Hinzu kommt, dass die geltenden Normen im Einsatz andere als etwa in Europa waren, was den vierten Faktor darstellt. Obwohl Imperialkriege keinen völkerrechtlichen Regularien unterlagen,31 existierten dennoch Gewohnheiten und Gebräuche, die die imperialen Mächte als rechtlich und moralisch angemessen und militärisch zielführend ansahen. Abschließend soll, fünftens, auf den Faktor Motivation der Soldaten eingegangen werden. Dabei sind Rassismus und Überlegenheitsgefühl lediglich die beiden offensichtlichsten Aspekte.32 Hinzu kommen die Idee einer deutschen Weltmachtstellung sowie Männlichkeitsvorstellungen und die Bedeutung von Religion.

Die hier skizzierte multifaktorielle Analyse von Gewaltfaktoren soll das Verständnis für Gewalthandeln im spezifischen kolonialen Kontext schärfen und damit sowohl für die kolonialgeschichtliche als auch für die moderne militärgeschichtliche Forschung neue Impulse geben. Die Dissertation will zeigen, warum Menschen im Krieg Gewalt ausüben, indem sie bestehende Ansätze verknüpft und daraus eine neue, erklärende Perspektive entwickelt – gemäß dem aristotelischen Prinzip, dass das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile.

  • 1. Die erste und einzige koloniale Erwerbung in China durch Deutschland war die Tsingtao-Bucht, siehe: Hans-Martin Hinz/Christoph Lind (Hrsg.), Tsingtau. Ein Kapitel deutscher Kolonialgeschichte in China 1897–1914, Berlin 1998.
  • 2. Zur Begrifflichkeit vgl. Rebecca E. Karl, On Comparability and Continuity: China, circa 1930s and 1990s, in: boundary 2 (2005), S. 169–200, hier S. 172; Jürgen Osterhammel/Jan C. Jansen, Kolonialismus. Geschichte, Formen, Folgen, München 2021.
  • 3. Sabine Dabringhaus, Geschichte Chinas 1279–1949, Berlin 2015, S. 57–59.
  • 4. Verwiesen sei hier auf die beiden Opiumkriege und den Taiping-Aufstand. Vgl. Helwig Schmidt-Glintzer, Das neue China. Vom Untergang des Kaiserreichs bis zur Gegenwart, München 2024, S. 18–28.
  • 5. Häufig ist vom Imperialkrieg zu lesen. Der Begriff diente Dierk Walter zunächst zur Zusammenfassung europäischer Expansionskriege im Zeitalter des Imperialismus und hatte keine definitorische Bedeutung. Vgl. Dierk Walter, Organisierte Gewalt in der europäischen Expansion. Gestalt und Logik des Imperialkrieges, Hamburg 2014, S. 22. Vielmehr sprach Walter zunächst vom Kolonialkrieg, um ein »Strukturphänomen des Imperialismus«, nämlich die Anwendung physischer Gewalt zur Durchsetzung hauptsächlich wirtschaftlicher imperialer Interessen an der Peripherie, zu beschreiben. Siehe Dierk Walter, Warum Kolonialkrieg?, in: Thoralf Klein/Frank Schumacher (Hrsg.), Kolonialkriege. Militärische Gewalt im Zeichen des Imperialismus, Hamburg 2006, S. 19 f. Schließlich setzte sich aber doch der analytisch breitere Begriff des Imperialkrieges auch bei Walter durch. Siehe Dierk Walter, Imperialkriege: Begriff, Erkenntnisinteresse, Aktualität (Einleitung), in: Tanja Bührer/Christian Stachelbeck/Dierk Walter (Hrsg.), Imperialkriege von 1500 bis heute. Strukturen, Akteure, Lernprozesse, Paderborn 2011, S. 1–30.
  • 6. Verweisen sei hier exemplarisch auf den blutigen und langwierigen Taiping-Aufstand.
  • 7. Zum Begriff des Gewaltkontinuums im kolonialen Zusammenhang siehe Pierre Köckert, Deutsches Militär im kolonialen Einsatz, in: Militär und Gesellschaft 14 (2025), S. 5–15, DOI: 10.15500/akm.27.01.2025.
  • 8. Für eine kurze Zusammenfassung siehe Sebastian Conrad, Deutsche Kolonialgeschichte, München 2023, S. 50 f.
  • 9. D. h. hauptsächlich Eisenbahn- und Bergbaugesellschaften sowie christliche Missionen.
  • 10. Sabine Dabringhaus, Die Boxer: Motivation, Unterstützung und Mobilisierung, in: Mechthild Leutner (Hrsg.), Kolonialkrieg in China. Die Niederschlagung der Boxerbewegung 1900–1901, Berlin 2007, S. 60–68, hier S. 65.
  • 11. Vermutlich wurden die Aufständischen aufgrund der Nutzung von Kampf- und Meditationstechniken (Schattenboxen) erstmals von Missionaren so bezeichnet. Jedenfalls handelt es sich bei dem Begriff um eine Fremdbezeichnung, die der Einfachheit halber übernommen wird. Die chinesische Bezeichnung lautete zunächst Yihequan (»Fäuste der Gerechtigkeit und Harmonie«), später umbenannt in Yihetuan (»Miliz für Gerechtigkeit und Harmonie«).
  • 12. Roland Felber, Die Kriegserklärung der Kaiserinwitwe vom 21. Juni 1900 und die Belagerung des Gesandtschaftsviertels, in: Susanne Kuß/Bernd Martin (Hrsg.), Das Deutsche Reich und der Boxeraufstand, München 2002, S. 59–67, hier S. 61. Die Kriegserklärung wurde von den imperialen Mächten nicht erwidert. Allein daran lässt sich ablesen, dass sie das kaiserliche China nicht als gleichwertigen Gegner wahrnahmen.
  • 13. Vgl. Bernd Martin, Die Ermordung des deutschen Gesandten Clemens von Ketteler am 20. Juni 1900 in Peking und die Eskalation des „Boxerkrieges“, in: Kuß/ Martin (Hrsg.), Das Deutsche Reich und der Boxeraufstand, S. 77–102.
  • 14. James L. Hevia, Krieg als Expedition. Die alliierten Truppen unter Alfred Graf von Waldersee, in: Leutner (Hrsg.), Kolonialkrieg in China, S. 123–134, hier S. 131.
  • 15. Kürzlich erschienen: Tanja Bührer, Kolonialkriege in Ostafrika 1885–1941, Ditzingen 2025.
  • 16. Besonders große Aufmerksamkeit erfuhr der deutsche Krieg gegen die OvaHerero und Nama in der Kolonie Deutsch-Südwestafrika (DSWA). Die Frage, inwiefern zwischen dem deutschen Völkermord in DSWA und der Shoa eine direkte, kausale Verbindung bestünde, sorgt immer wieder für Diskussion. Siehe dazu exemplarisch: Jürgen Zimmerer, Von Windhuk nach Auschwitz? Beiträge zum Verhältnis von Kolonialismus und Holocaust, Münster 2011.
  • 17. Durchsucht man das Deutsche Zeitungsportal mit den Schlagworten Boxer in den Jahren um die vorvergangene Jahrhundertwende, ergeben sich in der Volltextsuche zehntausende Treffer. Dabei liegt der Höhepunkt eindeutig im Jahre 1900 und flacht anschließend wieder ab, siehe: https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/newspaper (letzter Zugriff: 07.11.2025).
  • 18. Vgl. Bernd Sösemann, Die sogenannte Hunnenrede Kaiser Wilhelms II. Textkritische und interpretatorische Bemerkungen zur Ansprache des Kaisers vom 27. Juli 1900 in Bremerhaven, in: Historische Zeitschrift 1/222 (1976), S. 342–358.
  • 19. Vgl. Eckard Michels, Das »Ostasiatische Expeditionskorps« des Deutschen Reiches in China 1900/01, in: Bührer/Stachelbeck/Walter (Hrsg.), Imperialkriege, S. 406–408.
  • 20. Vgl. Leutner (Hrsg.), Kolonialkrieg in China; Kuß/Martin (Hrsg.), Das Deutsche Reich und der Boxeraufstand; Klein/Schumacher (Hrsg.), Kolonialkriege.
  • 21. Vgl. Bernd Martin, Soldatische Radikalisierung und Massaker. Das deutsche Erste und Zweite Seebataillon im Einsatz im »Boxerkrieg« in China 1900, in: Militärgeschichtliche Zeitschrift 69/2 (2010), S. 221–241; Kai Uwe Tapken, »Wider den räuberischen Horden der Boxer!«. Der Einsatz in China aus der Sicht des Oberleutnants Wilhelm Triebig, abkommandiert zum 3. ostasiatischen Infanterie-Regiment 1900–1901, in: Der Bote aus dem Wehrgeschichtlichen Museum (2004), S. 9–16.
  • 22. Es handelt sich hierbei um einen Analysebegriff. Zeitgenössisch wurde die Entsendung des Korps nach China nicht als Einsatz bezeichnet.
  • 23. Köckert, Deutsches Militär im kolonialen Einsatz, S. 9.
  • 24. Köckert, Deutsches Militär im kolonialen Einsatz, S. 6.
  • 25. Vgl. exemplarisch Frank Langer, Von Kirchhain nach Kiautschou. Seesoldat und Gardist Erich Mittler (1880–1914). Auf den Spuren eines »Peking-Kriegers«, Kirchhain 2022; Gerhard Fehl/Renate Fehl (Hrsg.), The Germans to the Front? Mit einer Batterie schwerer Haubitzen im »Boxerkrieg«. Ein Tagebuch der deutschen Expedition nach China 1900–1901. Von Julius Fehl, Hamburg 2002.
  • 26. So zum Beispiel das lückenlos erhaltene Kriegstagebuch des bayerischen II. Bataillons des 4. Ostasiatischen Infanterieregiments, siehe BayHStA, MKr 830.
  • 27. Vgl. exemplarisch Rudolf Zabel, Deutschland in China, Leipzig 1902; Eugen Binder von Krieglstein, Die Kämpfe des deutschen Expeditionskorps in China und ihre militärischen Lehren, Berlin 1902.
  • 28. Vgl. Isabel V. Hull, Absolute Destruction. Military Culture and the Practices of War in Imperial Germany, Ithaca 2005, S. 96–98.
  • 29. Vgl. Randall Collins, Dynamik der Gewalt. Eine mikrosoziologische Theorie, Hamburg 2011.
  • 30. Vgl. Susanne Kuß, Deutsches Militär auf kolonialen Kriegsschauplätzen. Eskalation von Gewalt zu Beginn des 20. Jahrhunderts, Berlin 2010, S. 32–36.
  • 31. Vgl. Samuel Moyn, Krieg und Recht, in: Bruno Cabanes (Hrsg.), Eine Geschichte des Krieges. Vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart, Hamburg 2020, S. 103–116, hier S. 107.
  • 32. Während Europäerinnen und Europäer zu Beginn 18. Jahrhunderts eher zum kulturell überlegenen Asien aufschauten, wurde dieser Blick später umgekehrt. Siehe Jürgen Osterhammel, Die Entzauberung Asiens. Europa und die asiatischen Reiche im 18. Jahrhundert, München 2013. Rassistische Überlegenheitsvorstellungen und Rechts- bzw. Legitimitätsüberlegungen hängen eng miteinander zusammen.