Das Geschehen an der Ostfront des Zweiten Weltkriegs war in der zweiten Kriegshälfte im Wesentlichen durch mehrere, zeitlich versetzte Rückzüge der deutschen Wehrmacht aus den eroberten Gebieten und dem gleichzeitigen Vorrücken der Roten Armee geprägt. Die zweite Kriegshälfte ist von der westlichen Forschung bisher deutlich weniger beachtet worden, als die deutschen Offensiven bis 1942. Insbesondere das Verhalten der deutschen Soldaten auf dem Rückzug und die dabei begangenen Verbrechen stellen Forschungsdesiderate dar.
During the large scale battles of the Napoleonic Wars, such as Wagram (5-6 July 1809) or Leipzig (16-22 October 1813) thousands of men were wounded, and needed treatment. This PhD project, focusing on the French and Austrian armies, aims to understand how injured soldiers were or were not taken care of, both by their military health services and by civilians.
Republikschutz und politische Gewalt in der Weimarer Republik (Dissertation)
Von:
Sebastian Elsbach
Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold gehört bislang nicht zum Kanon der Militär- und Gewaltgeschichte der 1920er und 1930er Jahre. Während andere Arbeiten zum Reichsbanner kultur- oder regionalgeschichtlichen Fragestellungen folgen, wird hier jedoch eine Gesamtdarstellung des Reichsbanner geliefert, welche die hohe Relevanz des Reichsbanners für diesen Teilbereich der Geschichtswissenschaft verdeutlicht.
Das Agieren der Großmächte Deutschland, Großbritannien und Sowjetunion in Sowjetisch- und Chinesisch-Turkestan 1919–1933 (Dissertation)
Von:
David X. Noack
Basierend auf den Akten des deutschen, britischen und sowjetischen Außenministeriums werden in dieser diplomatie- und geopolitikgeschichtlichen Dissertation die gegenseitigen Perzeptionen von Deutschland, Großbritannien und der Sowjetunion in Zentralasien von 1919 bis 1933 untersucht. Im Fokus steht dabei die Frage, wie die politischen Entscheider der drei Großmächte sich wechselseitig, aber auch wie sie die zahlreichen autochthonen Akteure in der Region wahrgenommen haben.
Das Erbe des Tirpitz-Plans und der Kampf um die „Zukunft auf dem Wasser“
Von:
Benjamin Miertzschke
"Unsere Zukunft liegt auf dem Wasser", hatte Kaiser Wilhelm II. den Deutschen im September 1898 bei der Eröffnung des Stettiner Freihafens verkündet, knapp ein halbes Jahr, nachdem das erste Flottengesetz den Reichstag passiert hatte. Mithilfe der Flotte, das war zu dieser Zeit nicht nur der Traum des Monarchen, sondern auch der eines zunehmenden Teils des Bürgertums, sollte Deutschland von einer europäischen Großmacht zu einer Weltmacht aufsteigen.
Berichte deutscher Spätheimkehrer über die Kriegsgefangenen der División Azul. Ein Quellenfundus im Archivo General de Alcalá
Von:
Dominik Herzner
Über die Gefangenschaft der spanischen Kämpfer der División Azul in der Sowjetunion ist in der deutschen Forschung wenig bekannt. Das ist erstaunlich, da gerade deutsche Kriegsheimkehrer vielfach Informationen über die Spanier in Gefangenschaft lieferten. Ein Zufallsfund im Archivo General de la Administración in Alcalá de Henares könnte dies ändern. Hier wurde ein bislang nicht genutzter Quellenkorpus entdeckt, der zahlreiche Informationen über Bedingungen, Orte und Verlauf der Gefangenschaft beinhaltet.
Die Entstehung und Expansion des westlichen Wohlfahrtsstaates wird in der sozialwissenschaftlichen und historischen Literatur als politische Reaktion auf die sozialen Verwerfungen der Industriellen Revolution, den damit verbundenen Aufstieg der Arbeiterbewegung, die Ausbildung von Nationalstaaten, Säkularisierungs- und Demokratisierungsprozesse sowie auf die Legitimationsnöte autokratischer Regime zurückgeführt. Das DFG-geförderte Projekt „Allgemeine Wehrpflicht, Militär und Wohlfahrtsstaatsentwicklung in Europa“, das im Oktober 2016 am SOCIUM Forschungszentrum Sozialpolitik und Ungleichheit der Universität Bremen begonnen wurde, hält diese Meistererzählung für korrektur- bzw. ergänzungsbedürftig.
Mit der Literatur über Panzerfahrzeuge lassen sich inzwischen Bibliotheken füllen. In der im folgenden skizzierten Arbeit soll der Fokus jedoch abseits von Technik und Einsatz auf die Soldaten gelegt werden, die in und mit Panzern lebten und kämpften. Wie bildeten sich aus Besatzungen Beziehungsgruppen, welche Rolle spielte dabei „der Panzer“ und was bedeutete ein Verlust der Gruppe für den einzelnen Soldaten?
Southern Africa and Northern America in the second half of the 19th Century
Von:
Yves Schmitz
In the 19th century, cross-border arms trade was part of the daily life at the imperial periphery. It was perceived as an essential problem by imperial powers and as vital for preserving their own economy and autonomy by the indigenous population. Borderlands were ideal for arms trade because of their function as intercultural contact zones, their disputed status and their porousness.
Die Schweizer Freiwilligen in der Résistance, 1940-1944
Von:
Peter Huber
Die umfangreiche Geschichtsschreibung zur französischen Résistance hat lange Zeit das Mitwirken fremder Nationalitäten am Befreiungskampf vernachlässigt. Mehr als 70 Jahre nach der Landung in der Normandie ist der Beitrag "ausländischer Kontingente" an der inneren und äusseren Résistance bekannt, wenn auch nicht systematisch aufgearbeitet. Vor allem der Beitrag mehrerer Hundert republikanischer Flüchtlinge aus Spanien, die 1944 an der Spitze der Division Leclerc in Paris einzogen, ist in mehreren Arbeiten erforscht worden. Die Teilnahme von ungefähr 400 Schweizer Freiwilligen liegt jedoch weiterhin im Dunkel.