Die Täter der Endphaseverbrechen von Randegg und Göstling an der Ybbs im April 1945
Von:
Johannes Glack
Am 13. und 15. April 1945 ermordete ein kleiner Kreis an Tätern auf Eigeninitiative ca. 180 ungarische Jüdinnen und Juden im ländlichen Niederösterreich in den Orten Randegg und Göstling an der Ybbs. Dieser Essay rekonstruiert den Verlauf der Verbrechen und nimmt dabei vor allem Handeln und Motive der Täter in den Blick. Exemplarisch zeigt sich dabei, wie stark ideologische Komponenten wie Antisemitismus und soldatische Männlichkeit bei Endphaseverbrechen wirkten und wie Dynamiken der Endphase Gewalträume im ländlichen Gebiet öffneten.
Das NS-staatliche Bordellsystem in Kriegszeiten (1939–1945)
Von:
Robert Sommer
Es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass die Nationalsozialisten die Prostitution im „Dritten Reich“ verboten hätten und entschieden gegen sie vorgegangen seien. Entgegen der Forderung Adolf Hitlers, die Prostitution zu beseitigen, versuchte das NS-Regime mit Beginn des Krieges die Kontrolle über die Prostitution in Deutschland und den besetzten Gebieten zu erlangen. Ziel war es, ein flächendeckendes System von staatlich-kontrollierten Bordellen zu errichten, das aus zivilen, militärischen sowie Bordellen für Zwangsarbeiter bestand und sich zugleich in das System der Konzentrationslager (KZ) hinein erstreckte. Im Folgenden wird dieses System umrissen.
Unpolitischer Offiziersverein oder Bindeglied zwischen Militär und Politik in der Weimarer Republik?
Von:
Lukas Grawe
Der „Verein der Angehörigen des ehemaligen Generalstabs (Vereinigung Graf Schlieffen)“ galt als exklusivste Offiziersvereinigung der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Obwohl sie sich unpolitisch gab, verfolgte sie politische und militärische Ziele und reagierte dabei auf das jeweilige politische Umfeld in der Weimarer Republik sowie im „Dritten Reich“.
Die Soldatenhalle in Hitlers Neugestaltungsplänen der Reichshauptstadt
Von:
Michael Fröhlich
In Berlin gibt es einige Bauten aus der Zeit des Nationalsozialismus, die das heutige Stadtbild prägen: Dazu gehören beispielsweise das ehemalige Reichsluftfahrtministerium, in dessen Gebäude heute das Bundesfinanzministerium seinen Sitz hat, oder auch das Olympiastadion. Doch nicht alle geplanten Bauprojekte haben es vom Reißbrett zum Bau geschafft. Heute weitestgehend unbekannt ist, dass am südlichen Rand des Berliner Tiergartens, dem Standort der heutigen Berliner Philharmonie, ein markanter, monumentaler Repräsentationsbau des Dritten Reiches seinen Platz hätte finden sollen: die Soldatenhalle.
Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw), Potsdam, 27. Januar 2017
Von:
Yves Müller
„Was ist ‚Wehrerziehung‘?“ Dieser Frage hat sich am 27. Januar 2017 ein vom Zentrum für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) in Potsdam organisierter Workshop angenommen.