Erster Weltkrieg

Von: 
Gundula Gahlen/Wencke Meteling/Christoph Nübel
Ausschnitt aus einem Foto, das auf einem australischen Verbandsplatz in der Nähe von Ypern 1917 aufgenommen wurde. Der Soldat hat den Blick, der als „Two Thousand Yard Stare“ bezeichnet wird. <http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Shellshock2.jpg?uselang=de>
Kriege sind zerstörerisch und verletzend – physisch und psychisch. Den psychischen Versehrungen von Kriegsteilnehmern verschiedener Länder im Zeitalter der Weltkriege widmen sich die sechs Beiträge des Themenschwerpunktes, die in loser Folge in den kommenden Wochen veröffentlicht werden. Sie gewähren Einblick in die neueste, breit gefächerte Forschung zum Thema und zeigen, dass das Erscheinungsbild, die Diagnose und die Anerkennung psychischer Kriegsleiden keineswegs auf universellen Standards beruhten, sondern zutiefst historisch waren – nämlich das Ergebnis eines nach Zeit und Ort unterschiedlich verlaufenden, konflikthaften Aushandlungsprozesses, der sich bis in unsere Gegenwart fortsetzt.
Von: 
Christian Westerhoff
Abbildung 1: Feldzeitung „Vogesenwacht“, Nr. 10 vom 9.4.1918.
Während des Ersten Weltkriegs entstand eine große Zahl an Feld- und Lagerzeitungen. Auch für die besetzten Gebiete gaben militärische Stellen eigene Zeitungen heraus. Die Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek (BfZ) besitzt eine große Sammlung solcher Kriegszeitungen, die nicht nur Propagandablätter waren, sondern auch Einblicke in das „Seelenleben“ von Soldaten und Gefangenen geben.
Von: 
Juliane Petermann | Marcel Kellner
Abendvortrag Stig Förster (Bern), 55. ITMG, 4. Juni 2014, Potsdam , Foto: ZMSBw

Dass der Erste Weltkrieg zur bestimmenden Thematik des Jahres 2014 avancieren würde, war absehbar. In unzähligen Ausstellungen, Gedenkveranstaltungen und populär orientierten Publikationen wurde das Geschichtsbild des "großen Krieges" reflektiert, diskutiert und zuweilen neu interpretiert. Nun steht es an zu fragen, welche neuen Impulse von der professionellen geschichtswissenschaftlichen Forschung im Jahr 2014 zum Thema ausgehen.

Neue Digitalisierungsprojekte zum Ersten Weltkrieg
Von: 
Markus Pöhlmann
Akte des Großen Generalstabes, Eisenbahnabteilung von 1911 (http://www.germandocsinrussia.org)

Jahrestage können auch ganz praktische Erträge für die historische Forschung zeitigen. Anlässlich des Jahrhundertdenkens an den Beginn des Ersten Weltkrieges sind 2014 zwei interessante Digitalisierungsprojekte zum Abschluss gekommen.

Von: 
Irina Renz
Abbildung 1: Italienische Fassung eines von Gabriele D’Annunzio verfassten und über Wien abgeworfenen Flugblatts (BfZ, Signatur 1_050_002)
Flugblätter dienten im Ersten Weltkrieg einer aggressiven Kommunikationspolitik. Während des Krieges steigerte sich die Effizienz ihrer Produktion wie auch ihrer Verbreitungsmethoden. Die Bibliothek für Zeitgeschichte in der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart verfügt über eine repräsentative Sammlung dieser Medienart .

Universität und Militär, Frühphase der Weimarer Republik, Nachkrieg, historische Mythosforschung

Medizin und medizinische Versorgung in Konfliktfällen

Zwei aktuelle Beispiele für den Umgang mit Bildern
Von: 
Markus Pöhlmann
Logo der Serie "Der Krieg daheim" (Süddeutsche Zeitung vom 9./10.08.2014)

Dass die kollektive Erinnerung an den Ersten Weltkrieg in Deutschland schwächer ausgeprägt ist als etwa in Großbritannien, kann als ausgemacht gelten. Als der 100. Jahrestag des Kriegsbeginns seine Schatten vorauswarf, bestand bei Historikern und Medienleuten durchaus Unklarheit darüber, welche Ausprägung und Intensität das Gedenken hierzulande annehmen würde. Als Zwischenfazit lässt sich aber schon im August 2014 sagen, dass die Wahrnehmung des Ereignisses breit und vielfältig ist.

Barbara Tuchmans Klassiker über die Anfänge des Ersten Weltkrieges
Von: 
Bernd Greiner
Cover Tuchman, Ausgabe 2013
Das 1962 publizierte Buch von Barbara Tuchman ist aus zweierlei Gründen noch immer lesenswert: Es verweist auf langfristige Verwerfungen des Ersten Weltkrieges und zeigt die Unschärfe vieler aktueller Publikationen zum Thema. Im Zentrum des Buches stehen die übersteigerte Angst vor einer Entwertung militärischer Machtmittel; die nicht minder maßlose Sorge vor dem Verlust politischer Glaubwürdigkeit; und schließlich der Unwille oder die Unfähigkeit, einen einmal eingeschlagenen Kurs trotz erkennbar ruinöser Kosten zu korrigieren. Damit wird das Jahr 1914 als Fluchtpunkt markiert: einerseits als Kulmination weit in das 19. Jahrhundert zurückreichender Traditionslinien, andererseits als Ursprung von Konstellationen, die auch ein Jahrhundert später noch für Irritationen sorgen.
1914-1920
Von: 
Tamás Kohut
Samuel Freiherr von Hazai

Der Feldmarschall-Leutnant Samu Hazai (1851-1942) wurde am 17. Januar 1910 zum Minister für Landesverteidigung des Königreichs Ungarn ernannt. Diesen Posten hatte er auch während des Ersten Weltkriegs bis zum Februar 1917 inne. Seine Verdienste wurden mit den höchsten Auszeichnungen gewürdigt: Nachdem er zum Geheimen Rat ernannt worden war, wurde er 1912 in den Stand eines Freiherren erhoben. 1916 wurde er zum Generaloberst befördert. Er war damit der hochrangigste Offizier jüdischer Abstammung in der Monarchie.

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