Restaging the USA - Positionsbestimmungen von Kunst und Wissenschaft nach Abzug des US-Militärs

Datum: 
Mittwoch, 2. Juli 2014
Ort: 
Heidelberg

Als eine der "größten Herausforderungen der Stadt Heidelberg im nächsten Jahrzehnt" bezeichnete kürzlich Detlef Junker, Historiker und Leiter des Heidelberger Center for American Studies, die zivile Umnutzung der ehemaligen US-Flächen. Doch um die Zukunft zu gestalten, gilt es aktuelle Standpunkte zu erforschen, politische Zusammenhänge herzustellen und die gemeinsame Vergangenheit beider Länder zu erinnern. Subjektives Erfahren, künstlerisches Agieren und wissenschaftliches Forschen treffen aufeinander, verzahnen sich und zeigen neue Impulse auf.

Im Sommer 2013 verließ die US-Armee mit ihren knapp 8.000 Soldaten die Stadt Heidelberg. Ein historisches Ereignis, dem sich die costa compagnie aus Hamburg und das Theater und Orchester Heidelberg widmen. Während der Spielzeit recherchierte das Team in Heidelberg, führte Interviews mit Bürgerinnen und Bürgern, die Erlebnisse und Gedanken aus fast 70 Jahren US-amerikanischer Präsenz thematisierten. Anfang des Jahres reisten vier Künstlerinnen und Künstler in die USA. Auf ihrer knapp 5.000 Kilometer langen Reise sprachen sie mit zahlreichen ehemals in Heidelberg stationierten Soldaten und ihren Familien über deren Erinnerungen zwischen 1945 und 2013, sodass ein vielschichtiges Bild der deutsch-amerikanischen Beziehungen entstehen konnte. Die über 40 Interviews und das entstandene Ton- und Bildmaterial bilden die Grundlage der Tanz-Performance CONVERSION_1.

Aufführungsort ist die Turnhalle auf dem Gelände des früheren US-Hospitals in Rohrbach. Bevor in der derzeitigen Geisterstadt der Konversionsprozess voranschreitet, vieles abgerissen oder umgebaut wird, bietet CONVERSION_1 durch die Berichte der befragten Zeugen Einblick in die Geschichte des Ortes. Tanz, Text, Video und Ton verschmelzen hier zu einer sinnlich-essayistischen Dokumentation. Welche Spuren hinterlässt die US-Armee in Heidelberg und den teilhabenden Personen? Wie beeinflusst Mensch den Raum und Raum den Menschen? Wo trifft Weltpolitik auf lokale Geschichten?

Begleitend findet eine Podiumsdiskussion unter dem Titel Restaging the USA statt. Versucht wird eine Positionsbestimmung von Kunst und Wissenschaft nach dem Abzug des US-Militärs.

Podium:  Prof. Maria Höhn, Vassar-College (Poughkeepsie,USA) | Dr. Wilfried Mausbach, Heidelberg Center For American Studies | Dr. Martin Klimke, New York University Abu Dhabi | Felix Meyer-Christian, costa compagnie | weitere Gäste aus Kunst und Wissenschaft

Veranstaltungsort:  Theater Heidelberg, Alter Saal, Theaterstraße 10, 69117 Heidelberg

Termin:  02. Juli 2014, 19.30 Uhr

Der Eintritt ist frei!

------------------------------------------

Kontakt:

Veronika Rohde

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Theater und Orchester Heidelberg

Theaterstr. 10

69117 Heidelberg

(t) 06221/ 58-35611

(f) 06221/ 58-48441

Veronika.Rohde@Heidelberg.de